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CIVATA KURDISTAN LI RHEIN-SIEG/BONN
KURDISCHE GEMEINSCHAFT RHEIN-SIEG/BONN e. V. RHEIN-SIEG/BONN KÜRDISTANLILAR TOPLULUÐU
Presseerklärung
Mit Fassungslosigkeit, großer Betroffenheit, tiefer
Trauer und großer Anteilnahme haben die Mitglieder der Kurdischen Gemeinschaft Rhein-Sieg/ Bonn e.V. die
schrecklichen Nachrichten von den Terroranschlägen in Erbil zur Kenntnis nehmen müssen. Tiefes Beileid und
Mitgefühl empfinden die Mitglieder für die vielen Toten. Sofort
nach Bekannt werden übermittelten sie den Angehörigen
der Opfer und den unzähligen Verwundeten des Anschlags vom Wochenende beste
Genesungswünsche.
In einer Kondolenzbotschaft an die Vertretungen der
beiden kurdisch-demokratischen Parteien des Nord-Irak in Deutschland hob Musa Ataman, der Vorsitzende der
Kurdischen Gemeinschaft, die Verdienste der Getöteten und Verwundeten hervor und beklagte ganz besonders das
maßlose Leid ihrer Angehörigen nach diesem schwärzesten Tag in der noch jungen
Geschichte von Irakisch-Kurdistan.
Gleichzeitig gab er seiner Hoffnung Ausdruck, dass die Saat derer, die Furcht und Schrecken, Terror und Angst über die Kurdinnen und Kurden im Norden des Irak und in der ganzen Welt bringen wollen, nicht aufgehen möge und
darf.
Weiter formulierte er: "Wir bangen jedoch mit Euch,
dass gerade durch diese Anschläge mit menschlichen Bomben die Position der Kurdinnen und Kurden und ihrer
legitimen Vertretung im Norden des Irak so nachhaltig und dauerhaft geschwächt werden sollte, damit die
berechtigte Forderung nach Schaffung eines föderalen Systems nicht
mehr auf der Agenda des Nach-Saddam-Irak erscheint. Wir
möchten Euch auf diesem Wege dennoch zu ermutigen versuchen, den eingeschlagenen Weg weiter zu beschreiten
und Euch weiter für die Pläne zur Umsetzung einer föderalen Struktur im Irak einzusetzen. Weder
religiöser Wahn noch totalitärer Terror dürfen den eingeleiteten
Friedens- und Befriedungsprozess im Irak torpedieren
oder gar wegbomben. Nach einem solch feigen und menschenverachtenden Terrorakt könnt und dürft Ihr
sicherlich nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. Aber wir sind dennoch sicher, dass Ihr den bisherigen behutsamen
Weg in eine föderale Zukunft im Norden des Irak weitergehen werdet. Unserer Unterstützung könnt Ihr
– wir Ihr wisst – dabei sicher sein. Wir werden alle Möglichkeiten, die sich uns bieten, nutzen, um Euer
berechtigtes Anliegen auf Unterstützung für die Umsetzung des Föderalismus-Plans zu befördern. Der
Versuch über
landesweite Wahlen noch in diesem Jahr Fakten zu schaffen, die die Einheit des Landes als höchstes Gut festschreiben
und das Föderalismusprojekt ein für alle Male ad absurdum führen würden, muss mit gemeinsamer Kraft verhindert
werden. Der Garant für ein freies Kurdistan in den Grenzen eines föderalen Staatsgebildes Irak können und dürfen
nur die mit gefestigtem Mandat zu versehenden Vereinten Nationen sein. Wir wünschen Euch und uns, dass die
Opfer von Erbil die Weltöffentlichkeit sensibilisieren für die schnellstmögliche Einsetzung der Vereinten Nationen -
mit sicherem Mandat - als Nachfolgerin der US Zivilverwaltung."
Gerade die tiefe Trauer und Bestürzung über den
heimtückischen Mordanschlag sowie die Solidarität mit den Opfern
und ihren Angehörigen hat Ataman dazu
bewogen, in einem
Brief an den Bundeskanzler und das Bundeskabinett noch einmal mit Nachdruck auch und gerade von der
Bundesregierung und ihren Verbündeten ein klares Bekenntnis zur Sicherung des Status Quo im Nord-Irak zu fordern, um
zu verhindern, dass den Kurdinnen und Kurden im Nord-Irak nach Halabja und Erbil ein – kaum vorstellbar –
noch viel größeres Leid zugefügt wird, indem sie nicht nur zwischen den Mühlsteinen der großen Politik zerrieben
werden, sondern durch Terror, Mord und Totschlag religiös motivierter Gewalttäter und/oder einer noch zu
bildenden religiös-fundamentalistischen Nach-Saddam-Regierung bedroht, geknechtet und/ oder vertrieben werden!
Kazim Gülsen
- für den Vorstand -
03.02.2004
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